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Christian Dandyk

ZEISS Batis 2.8/135 Apo Sonnar - kein Otus, aber verdammt dicht dran

ZEISS Batis 2.8/135 Apo Sonnar - kein Otus, aber verdammt dicht dran

Um es vorweg zu nehmen, es sind genau drei Dinge die mich an dem neuen ZEISS Batis 2.8/135 Apo Sonnar am stärksten begeistert haben. Da wäre erst einmal die Brennweite von 135 Millimetern, denn bisher war bei ZEISS im E-Mount bei 85 Millimetern die Welt zu Ende. Mit seiner Anfangsblende von 2.8 bietet das Batis genug Lichtstärke um bei Available Light fantastische Aufnahmen zu realisieren. Das Batis ist ein Apo Sonnar und damit nahezu frei von Farbfehlern und chromatischen Aberrationen. Selbst bei starkem Gegenlicht bilden sich keine Farbsäume und das bereits bei offener Blende.

Es ist immer etwas Besonderes, ein neues Objektiv auszupacken, in die Hand zu nehmen und dann an die Kamera anzusetzen. Beim ZEISS Batis 2.8/135 war das nicht anders. Was dann folgte waren viele Touren, zu denen ich das neue Batis mitnahm, viele Aufnahmen sind entstanden. Den Praxistest im Studio wie on Location hat das neue Batis dann auch voll bestehen können. Dieses Review beruht daher auf Basis einer zweimonatigen Probezeit. Für Fragen stehe ich auf alphafotograf.de gern zur Verfügung.


Die Batis Familie - Gemeinsamkeiten

Wir Menschen neigen immer wieder gern zu Vergleichen. Sie sind es, die uns helfen Dinge einzuordnen, zu sortieren, zu begreifen, und um mit einem Vergleich zu beginnen, gehe ich erst einmal auf die Gemeinsamkeiten der Batis Objektive ein. Wie das 2/25 und das 1.8/85 hat auch das neue Batis einen Filterdurchmesser von 67 Millimetern, lediglich das Batis 2.8/18 unterscheidet sich in diesem Punkt mit einem Filterdurchmesser von 77 Millimetern. Wer bereits 67er Rundfilter verwendet wird sich über diese Kontinuität freuen. Nebenbei bemerkt besitzen alle ZEISS Loxia Objektive einen Filterdurchmesser von 52 Millimetern! Mit meinen LEE Filtern komme ich also mit genau drei Adapter-Ringen aus! So viel zum Thema Wirtschaftlichkeit.

ZEISS Batis 2.8/135 | ZEISS Batis 1.8/85 | ZEISS Batis 2/25 | ZEISS Batis 2.8/18


Optische Bildstabilisierung

Bei längeren Brennweiten ist eine zusätzliche Stabilisierung im Objektiv einer Stabilisierung in der Kamera in Teilen überlegen. So besitzt das neue 135er Batis, wie schon das 85er Batis eine sehr wirksame Bildstabilisierung, die mit der Stabilisierung in der Kamera zusammenarbeitet. An Kameras ohne Bildstabilisierung bieten diese beiden Batis Objektive, gerade wegen der Stabilisierung einen extremen Vorteil. Beim ZESS Batis 2.8/135 wirkt die Stabilisierung deutlich spürbar und spielt diesen Vorsprung gerade in Situationen mit wenig Licht aus. Von daher sehe ich auch die Anfangslichtstärke von Blende 2.8 sehr entspannt, denn zusammen mit meiner Sony A7RM2 erlaubt mir das Batis Fotos in Situationen, die noch vor wenigen Jahren ohne Stativ nicht realisierbar gewesen wären. Bei geschmeidigen ISO 1600 halte ich so 1/20 Sekunde aus dem Stand, ohne dass das Foto verwackelt wird – wohlgemerkt mit 135 Millimetern Brennweite! Ich habe die Wirkung der Stabilisierung einmal an der Sony A6000 ausprobiert und war vom Ergebnis sehr angetan. Immerhin kommen wir im APS-C auf eine Brennweite von ca. 200 Millimetern.


Berlin am Abend und bei Nacht

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Nur Blende 2.8? Da kaufe ich mir doch lieber ein 70-200 G-Master.


Ein Kommentar im Internet

Ja, "nur" Blende 2.8 und ich höre schon wieder die Rufe nach mehr Lichtstärke. Das bei einer Brennweite von 135 Millimetern eine 2.8er Blende für Portraits völlig ausreichend ist wird leider zu wenig gesehen. Bereits im „normalen" Portraitabstand wird es bei dieser Blende schwer werden Pupille und Nasenspitze scharf aufs Foto zu bekommen - bei Offenblende mitunter sogar schon beide Augen. Blende 2.8 reicht also aus, insbesondere um den typischen ZEISS Look zu erreichen und darauf kommt es mir sehr an. Zudem werden lichtstärkere Objektive deutlich größer und schwerer, müssen aufwendiger korrigiert werden und führen letztlich zu deutlich höheren Preisen, über die sich dann auch wieder beschwert wird. Und ja, auch ein G-Master hat irgendwo zwischen 70 und 200 Millimetern eine 135er Brennweite, wiegt aber auch 1.480 Gramm, also mal locker 866 Gramm mehr. Bleibt noch die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Vergleichs zwischen einem Zoom und einer Festbrennweite. Zum Glück ist in der Fotografie für jeden Fotografen etwas dabei, von günstig bis so richtig teuer.

Aber weiter mit den Gemeinsamkeiten. Alle vier Batis Objektive besitzen am Bajonett einen blauen Dichtungsring, wodurch der Übergang zwischen Kamera und Objektiv gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt ist und sich das Batis zudem fest mit der Kamera verbindet. Da wackelt absolut nichts, was bei anderen Objektiven nicht unbedingt der Fall ist. Zudem ist auch das 135er Batis insgesamt gegen Staub und Spritzwasser geschützt. In Bezug auf meine Objektive mache ich mir bei Regen keinerlei Sorgen und fotografiere bei Regen entspannt weiter. Noch nie hatte ich in einem ZEISS Objektiv Feuchtigkeit, oder mit ihm einen Ausfall zu beklagen. Überhaupt sind alle Batis- allerdings auch die Loxia Objektive sehr robust konstruiert und halten extrem viel aus. Da ist mein Vertrauen auch in das neue Batis sehr groß.


Impressionen


Trägt nicht auf

Haben bereits die älteren Batis Objektive ein im Vergleich zur Größe geringes Gewicht, so macht da auch das ZEISS Batis 2.8/135 mit seinen 614 g keine Ausnahme. Es liegt sehr gut in der Hand und sein Schwerpunt liegt angenehm ausbalanciert irgendwo nahe der Kamera und somit ideal. Zur Erinnerung, das 2.8/18 wiegt 330 g, das 2/25 335 g und das Batis 1.8/85 bringt es auf gerade einmal 475 g. Alle vier Batis Objektive wiegen zusammen 1.754 g. Sollten irgendwann einmal ein 35er und 50er Batis kommen, lägen wir wahrscheinlich noch immer unter 2,5 Kilo, was für eine Systemkamera wenig ist. War doch mein ursprüngliches Ziel die Gewichtsreduzierung, als ich zum E-Mount gewechselt bin – voila!

Nicht selten höre ich Kritik am Fokusring der Batis Objektive, der aus einem strapazierfähigen rutschfesten Gummi gefertigt ist. Nun fokussiere ich recht häufig manuell und noch nie bin ich dabei mit meinen Fingern auf dem Fokusring eines Batis ausgerutscht, da kann das Wetter noch so mies sein. Zugegeben, ich bin auch noch nie fotografierend bei einem Schlammrennen mitgelaufen.
Der manuelle Fokus wird beim Batis elektronisch auf den Antrieb übertragen, auch Focus by Wire genannt. Der Fokus lässt sich bei langsamer Drehung sehr fein justieren, wogegen schnelleres drehen am Fokusring die Fokusgeschwindigkeit erhöht, was kurze Wechsel der Entfernung zwischen Nah und Fern ermöglicht.


Verdammt nah am Otus

Das ZEISS Batis 2.8/135 zeichnet sich durch eine für diese Brennweite aufwendige optische Konstruktion aus und da komme ich nun zu genau dem Detail, dass mich nun wirklich begeistert hat. Bei diesem Objektiv handelt es sich um ein Sonnar, genauer gesagt ein Apo-Sonnar. Hinter den drei Buchstaben APO verbirgt sich eine optische Korrektur, die Farbfehler und chromatische Aberrationen reduziert. Diese chromatischen Aberrationen werden besonders an Motivkanten im Gegenlicht sichtbar. Wenn ich zuvor das Wort „reduziert" verwendet habe, dann muss ich das mit Sicht auf das neue Batis korrigieren. Ich habe in keiner meiner Aufnahmen chromatische Aberrationen entdecken können. Um dem tiefer auf den Grund zu gehen habe ich beispielsweise durch einen Starkstrommast gegen die Sonne fotografiert. Selbst im Randbereich, der immer anfälliger für chromatische Aberrationen ist, konnte ich nichts finden. Ich war beeindruckt und bin mir sicher, diejenigen die sich dieses Objektiv kaufen teilen sehr schnell meine Begeisterung. Ich bin bei Vergleichen immer sehr vorsichtig, wer mich kennt, der weiß das. An dieser Stelle hingegen wage ich mal einen Vergleich: Das ZEISS Batis 2.8/135 kommt von der optischen Qualität sehr dicht an das ZEISS Otus 1.4/85 heran, nicht im Punkt Lichtstärke und Bokeh, jedoch in nahezu allen anderen Bereichen. Das Batis zeigt eine sanfte kissenförmige Verzeichnung, die ich jedoch leicht in Lightroom oder Photoshop korrigieren konnte. Wäre dieses Objektiv optisch voll auskorrigiert, lägen wir im Bereich eines Otus – dicht davor ist aber auch schon sehr gut.
Ein MTF Vergleich (leider bei leicht unterschiedlicher Blende)
Sicherlich hinkt der Vergleich mit dem Otus ein wenig, aber gerade die MTF Kurven bestätigen doch deutlich, was jeder Fotograf in der Praxis schnell feststellen wird. Die Schärfe ist schlicht enorm und nicht jeder kann das Potenzial ausnutzen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir uns in der Digitalfotografie inzwischen insgesamt auf sehr hohem Niveau bewegen.


Dr. Michael Pollmann zum neuen Batis



Der typische ZEISS Look

Gerade angesprochen fehlt noch eine Aussage zum Bokeh. Auch in diesem Punkt konnte mich das neue Batis zufriedenstellen. Das Bokeh ist ausgewogen, keine Überraschungen. Zum Rand hin bilden sich leichte ovale Bildpunkte. Letztlich kommt es aber immer auch auf den Abstand zwischen Kamera, Motiv und Hintergrund an. Bokeh ist zudem eine Frage des persönlichen Geschmacks. Da muss jeder selbst herausfinden ob ihm das Batis 2.8/135 in diesem Punkt zusagt.

Was wohl noch zu sagen wäre, aber inzwischen selbstverständlich für mich ist, sind so Dinge wie Schärfe, Farbwiedergabe und Kontrast. Da unterscheidet sich das 135er Batis nicht von den anderen Batis Objektiven. Das betrifft insbesondere den Charakter und die Farbwiedergabe, was gerade bei Fotoserien mit unterschiedlichen Brennweiten der Batis Reihe mit homogenem Bildmaterial belohnt wird. Das spart deutlich an Zeit in der Nachbearbeitung der Fotos, denn eine farbliche Anpassung der Bilder entfällt. Dieser Punkt ist auch für Videofilmer sehr bedeutend, denn gerade beim Objektivwechsel in einer Szene muss der Look gleichbleiben.
Im Punkt Schärfe liegt das Batis 2.8/135 ganz weit oben und das bereits bei Offenblende – hatte ich aber bereits weiter oben erwähnt.


In der Praxis

Nach mehr als zwei Monaten mit dem Batis 2.8/135 blicke ich auf viele positive Erfahrungen zurück. Das Objektiv macht genau das was man von ihm erwartet - mehr noch, es überzeugt durch seine optische Leistung. Ob nun die Arbeit mit dem Autofokus oder manuelles Fokussieren und egal bei welchen Lichtverhältnissen, es ist ein Objektiv mit dem sich ordentlich und zuvverlässig arbeiten lässt. Was ich darüber hinaus erwähnenswert finde, sind ein paar Anmerkungen zum OLED Display. Nun wurde ich schon mehrfach gefragt, warum ein Objektiv mit 85 oder 135 Millimetern Brennweite ein OLED Display benötigt und ob das nicht überflüssig sei. Ich konnte in der Praxis schon nach kurzer Zeit feststellen, dass ich mich schnell an das Display gewöhnt habe und recht oft die Schärfentiefe kontrollierte. Mehr noch, gerade bei Architekturaufnahmen benutze ich diese Messfunktion, indem ich den nähsten und den entferntesten Punkt anmesse und damit den Schärfebereich ermittle. Dementsprechend wähle ich dann die Blende aus und bekomme ein Bild, das genau den Bereich scharf zeigt, der auch scharf abgebildet werden soll. Mit dem OLED Display bekommen wir Fotografen einen zuverlässigen Entfernungsmesser an die Hand. Zudem verbraucht das Display nicht spürbar mehr Energie. Das OLED Display halte ich daher für ein sehr brauchbates Hilfsmittel.

Wie bereits angesprochen war Kompaktheit und Gewichtsreduzierung mein Ziel beim Wechsel zum E-Mount-System, bzw. zu Systemkameras. Da ich ausschließlich mit Festbrennweiten und entsprechenden Filtersystemen unterwegs bin, muss die Ausrüstung - gerade auch in der Landschaftsfotografie - in einen Rucksack passen. In der Regel führe ich die ZEISS Loxia und Batis Brennweiten 18, 21, 35, 50, 85 und ab jetzt zusätzlich 135 Millimeter mit mir. Damit decke ich mein gesamtes fotografisches Spektrum ab.


Wie immer an dieser Stelle mein ganz persönliches Fazit

Nun hat sich das neue ZEISS Batis 2.8/135 in meiner täglichen Praxis bewährt. Es ist für mich ein hervorragendes Portrait-Tele, oder ein fantastisches Objektiv um Details in der Architektur oder Landschaft festzuhalten. Das Batis erlaubt Staffelungen in Landschaft und Stadt im Bild festzuhalten, wie es mit einem 85er Objektiv nicht möglich ist. Das bringt Spannung, manchmal Dramatik, ins Foto. Das ZEISS Batis 2.8/135 schließt harmonisch eine nach oben offene Lücke in meinem Obektivpark. Das 135er Batis ist leicht und handlich, mit moderater Lichtstärke und einer Schärfe, die mich schon bei Offenblende überzeugen konnte. Keine chromatischen Aberrationen zeigen die hohe Qualität und Leistungsfähigkeit, die einem Otus verdammt nahekommt. Das ZEISS Batis 2.8/135 Apo Sonnar wird für 1.999 Euro im Handel erhältlich sein. Das ist ein stolzer Preis für ein Objektiv, auf das die Entwickler bei ZEISS auch stolz sein können. Es ist aber auch ein Objektiv, dass ich als Fotograf ein Leben lang mit mir herumtragen werde. Die Kosten bekomme ich als Berufsfotograf bald wieder rein. Wichtiger ist mir jedoch, dass ich mit diesem Objektiv sehr gern arbeite und es gern in die Hand nehme – das gerade auch, weil es nur 614 Gramm auf die Waage bringt und mir trotzdem eine hervorragende Bildqualität liefert!


Alle ZEISS E-Mount Objektive in der Übersicht

(c) Christian Dandyk - Stand: April 2017

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Christian Dandyk

Datensicherung unterwegs mit My Passport Wireless Pro von Western Digital

Datensicherung unterwegs mit My Passport Wireless Pro von Western Digital

Das Thema Datensicherung auf Reisen ist für Fotografen immer wieder im Zentrum vieler und vor allen Dingen langer Diskussionen. Wir haben es mit immer mehr Bilddaten zu tun und die müssen gerade auf Reisen zuverlässig und im Handumdrehen gesichert werden. Eine Kontrolle der Sicherung ist notwendig und muss einfach und unkompliziert sein.

Warum überhaupt eine Datensicherung?

Für Berufsfotografen ist die zuverlässige Sicherung von Bilddaten ein absolutes Muss, denn vom eigenen Bildarchiv hängt nicht selten die berufliche Existenz ab. Bei der Arbeit im Studio ist die Datensicherung schnell erledigt. In meinem Fall werden Bilddaten direkt aus der Kamera auf dem Rechner übertragen und wandern einmal täglich in ein Backup.
Auf meinen Fotoreisen sieht die Sache ganz anders aus. Eine Fotoreise kostet viel Geld, in ihr steckt Haufen Vorbereitung und die Bilder die entstehen sind nicht selten unwiederbringlich. Dann alles auf eine Karte zu setzen wäre schlicht gesagt fahrlässig, eine Schlamperei und dumm. Auch Technik kann einmal versagen, eine Speicherkarte ihren Geist aufgeben, verloren gehen oder samt Kamera gestohlen werden. Genau darum ist eine regelmäßige Sicherung notwendig und darum geht es in diesem Artikel, in dem ich einmal meinen Workflow bei der Datensicherung in der Reisefotografie und die dabei zum Einsatz kommende Technik vorstellen werde. Mein Verfahren hat sich inzwischen als einfach, kostengünstig und zuverlässig erwiesen. Genau das war bei meinen Vorüberlegungen zur Datensicherung ausschlaggebend.

Übrigens ist dieses Thema auch für Hobby- und Amateurfotografen wichtig, denn stellen sie sich einmal vor, all ihre Fotos eines Urlaubs lösen sich im Nichts auf oder Ihre Kamera samt Speicherkarte wechselt unfreiwillig den Besitzer...

Alle Fotos einer Reise verloren, all die im Bild festgehaltenen Erlebnisse und tollen Momente weg. Zu verschmerzen wäre es da noch, bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit von ihrer Partnerin oder ihrem Partner auf ihr Missgeschick angesprochen zu werden, den sich genüsslich drehenden Finger in ihrer Wunde zu erleiden.

Also um das hier abzukürzen: Datensicherung ist immer ein Thema, insbesondere für Fotografen.

Alles auf mehrere Karten setzen

In meinen Kameras verwende ich SD-Karten, alle Fotos die ich auf Reisen aufnehme verbleiben auf diesen Karten, bis ich die Daten auf den Rechner zuhause im Studio gesichert und die Sicherung überprüft habe. Dementsprechend führe ich immer genügend SD-Karten mit mir und wechsle die Karten in regelmäßigen Abständen – mitunter sogar täglich.

Ich verwende nicht zwingend schnelle Speicherkarten. SD-Karten mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 40 Megabyte pro Sekunde reichen; und das sogar für Full-HD-Videos. No-Name-Produkte kaufe ich bei Speichermedien grundsätzlich nicht, zudem kosten auch einfache Speicherkarten namhafter Hersteller kein Vermögen mehr. Viele meiner Speicherkarten haben nur 8 bis 16 Gigabyte Speicherkapazität. Damit bin ich bisher in den allermeisten Fällen über einen Tag gekommen.

 

Das Zauberwort heißt Redundanz

Um meine Bilddaten täglich zu sichern, habe ich mir von Western Digital eine „My Passport Wireless Pro“ drahtlose tragbare 2 TB Festplatte für 199 Euro zugelegt. Inzwischen Sind von WD Festplatten von 1 bis 4 TB erhältlich. Nach einigen Fotoreisen meine ich, die 1 TB-Platte hätte mir vollkommen ausgereicht, so habe ich Platz für zusätzliche Daten, bzw. reichlich Reserven. Neben der großen Speicherkapazität bietet mir die Wireless Pro ein integriertes W-Lan und einen Akku mit einer Kapazität von 6.400 mAh zum autonomen Betrieb der Festplatte, sowie die Möglichkeit ein Smartphone an der USB-Buchse anzuschließen und zu laden. Über die selbe Buchse kann die Kamera zur Datensicherung direkt angeschlossen werden.


 
An einer weiteren USB 3.0 Buchse lässt sich zusätzlich ein CF-Card Reader anschließen, oder die Wireless Pro als externes Laufwerk direkt an einen Rechner betrieben werden.

Mehrere LEDs geben mir Auskunft über die Funktionen, den Ladezustand des Akkus, sowie den Status bei der Datenübertragung. Ein integrierter DLNA-Server bietet mir die komfortable Möglichkeit auf meine Fotos und Videos zuzugreifen. Das Gerät ist Windows und Mac kompatibel.

Diese Festplatte verfügt über einen SD-Karten-Steckplatz der so konfiguriert ist, dass die komplette Verzeichnisstruktur einer eingesteckten SD-Karte inklusive aller darauf befindlichen Bild- und Video-Daten automatisch auf die Festplatte kopiert werden. Der Inhalt aller SD-Karten landet fein säuberlich getrennt in einem jeweils eigenen Verzeichnis. Ein späterer Import in z.B. Adobe Lightroom erfolgt über die USB-Schnittstelle aus dem Sicherungsverzeichnis.

Diese Lösung funktionier auch ohne Notebook. Meine Daten sind jetzt einfach gesichert. Habe ich auf Reisen mein Notebook dabei, dann importiere ich meine Daten zur weiteren Sichtung von der Wireless Pro in Lightroom, nun ist alles Bildmaterial dreifach vorhanden.

Mit der My Passport Wireless Pro habe ich quasi die Eierlegende Wollmilchsau auf Reisen. Die erste Datensicherung geht unkompliziert und eine Bildkontrolle mit dem Smartphone ist sofort möglich. Sämtliche Zusatzfunktionen sind gerade für Fotografen nahezu ideal. Mit den zwei Terrabyte steht mir mehr Speicherplatz zur Verfügung als ich normalerweise benötige; ich kann zusätzliche Sicherungen von z.B. meinem Smartphone anlegen. Auf diese Weise findet auch eine Sicherung meiner Bilder, die ich mit dem Smartphone aufgenommen habe statt.

Eine weitere und in bestimmten Situationen zusätzliche Form der Datensicherung findet über das Internet in die Cloud statt – mehr geht dann aber wirklich nicht.

Optional ist für die Wireless Pro Festplatte eine Hartschalentasche erhältlich. In der Tasche können zwar 18! SD-Karten untergebracht werden, leider aber nicht das USB-Kabel. Aus diesem Grund habe ich eine Seite der SD-Karten-Steckplätze mit einem Cutter bearbeitet, damit ich jetzt das USB-Kabel mit unterbringe.
ACHTUNG. für SD-Karten ist der Hartschaum sowieso recht knapp bemessen. Beim herausnehmen der Karten können sie schnell brechen, weshalb ich meine SD-Karten anderweitig und sicherer transportiere.

 

Technische Daten

Speicherkapazität des Laufwerks: 2 TB, 3 TB
Batteriekapazität: 6.400 mAh
WLAN-Protokoll: Konform mit: 11n 1Tx1R: 802.11g/n (20M/40M) und 11ac 1Tx1R: 802.11a/n/ac (20M, 40M, 80M), Dualband/Dual AP
Unterstützte Protokolle: SMB, AFP, UPnP, FTP
Schnittstelle: USB 3.0 bis zu 5 GBit/s*
▪ USB 2.0 bis zu 480 MB/s
▪ USB 3.0 bis zu 5 GBit/s*
▪ SD 2.0 bis zu 25 MB/s
▪ SD 3.0 bis zu 60 MB/s
* Um die Leistung von USB 3.0 zu erreichen, sind ein USB 3.0-Host und ein USB 3.0-zertifiziertes Kabel erforderlich.
Kompatibilität: Hinweis: Die Kompatibilität ist von der jeweiligen Hardwarekonfiguration und dem Betriebssystem abhängig.
Betriebssysteme:
▪ Windows 10
▪ Windows 8
▪ Windows 7
▪ El Capitan (Mac OS 10.11)
▪ Yosemite (Mac OS 10.10)
▪ Mountain Lion (Mac OS 10.8)
▪ Lion (Mac OS 10.7)
Browser:
▪ Internet Explorer 8.0 und höher auf unterstützten Windows-Computern
▪ Safari 6.0 und höher auf unterstützten Mac-Computern
▪ Firefox 29 und höher auf unterstützten Windows und Mac-Computern
▪ Google Chrome 31 und höher auf unterstützten Windows- und Mac-Computern

DLNA®/UPnP®-Geräte für das Streaming von Internetverbindungen
Abmessungen:
Breite 126,0 mm
Länge 126,0 mm
Höhe 24,0 mm
Gewicht 446 g

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Christian Dandyk
Ob der Akku austauschbar ist kann ich dir nicht sagen. Dazu müsste ich das Gerät öffnen, was ich innerhalb der Garantiezeit sicher... Weiterlesen
Freitag, 21. Oktober 2016 11:11
Christian Eiselt
Super, danke dir für die detaillierten Beschreibungen. Kann man auch das Wifi abschalten? Das ging ja bei der Vorgänger-Verion nic... Weiterlesen
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Christian Dandyk

Spaß mit Blitzen, der neue Nissin i60A

Spaß mit Blitzen, der neue Nissin i60A

Das ich kein Freund der Sony Systemblitze bin, wissen diejenigen die mich besser kennen. Zugegeben, einen Sony Blitz kann man um bis zu 90° schwenken, aber wozu eigentlich? Darüber hinaus ist das Blitzprotokoll aus den Anfangszeiten der Digitalfotografie und inzwischen reichlich veraltet. Limitierender Faktor im Thema Blitz wird also auch weiterhin die Kamera und deren Blitzbelichtungsmessung sein. So frage ich mich immer wieder, warum es Sony bis heute nicht möglich ist, den Schwerpunkt der Belichtungsmessung an den "aktiven" Fokuspunkten zu orientieren. Aber das soll nicht das Thema sein.


Nun bin ich schon im letzten Jahr auf Nissin Blitze umgestiegen und seitdem etwas verwöhnt im Thema; Jörg Haag ist mir gefolgt und hat auf alphafotograf.de ein sehr gutes Review dazu geschrieben. Das ist dann auch der Grund, warum ich mich jetzt mehr auf den neuen Nissin i60A konzentriere. Mit dem Nissin i700A und dem Air 1 Commander ist wireless HSS blitzen zu einem akzeptablen Preis möglich geworden, meine Startkombi kostete mich vor einem Jahr ungefähr 180 Euro - geradezu ein Schnäppchen. Später legte ich mir den Nissin i40 zu, einen wunderbar kleinen leistungsfähigen Blitz, der obendrein auch robust gebaut ist und immer noch in die Fototasche passt, auch wenn ich nur wenig dabei haben will.

"Blitze und Stative haben eine Gemeinsamkeit. Sie taugen nur etwas, wenn man sie auch mit dabei hat."

In diesem Sinne war dann der Nissin i40 mein idealer Begleiter.

Doch kurz zurück zum Nissin i700A. Nach relativ kurzer Einarbeitung ist die Bedienung der Blitzgeräte ein Kinderspiel und durch die tollen Displays vom i700A und Air 1 Commander geht die Arbeit fluffig von der Hand. Blitzen hat mir wieder Spaß gemacht und was ich damals mit meiner Canon und den PocketWizzards realisieren konnte hat heute der i700A mit dem Air 1 Commander übernommen.

Vor gut drei Wochen kam dann der neue kompakte Nissin i60A hinzu, der durch ein eingebautes Funkmodul mit dem Air 1 Commander zusammen arbeitet. Nahezu augenblicklich war ich so in den kleinen Blitz vernarrt, dass ich mir eine Woche später gleich noch so ein Gerät zugelegt habe. Seitdem sind gut zwei Wochen vergangen, in denen ich viel Spaß mit dem Air 1 Commander, dem i700A und den beiden i60A gehabt habe. Ohne große Verrenkungen lässt sich der Nissin i60A schnell ins System integrieren. Blitzen kann sehr einfach sein, wenn man das entsprechende Gerät dazu hat. Die Blitzsteuerung und Belichtungskorrektur erfolgt über den Air 1 Commander. Das geht dann wirklich spielen einfach, sofern man sich mit den Grundlagen der Fotografie auskennt. Spielend leichte Einteilung der Blitze in Gruppen; brauche ich weniger, geht aber auch. Eine wunderbare Menüführung. Ohne viele Schnörkel hat Nissin einen tollen Blitz gebaut. Videofilmer oder auch Makrofotografen wird es freuen, denn der Blitz verfügt über ein regelbares Videolicht.


Nissin i60A

Die Lichtverteilung beim i60A ist nicht 100% ausgeglichen, was ich sowieso meistens mit der eingebauten Streuscheibe, bzw. dem im Lieferumfang enthaltenen Bouncer kompensiere. Letzterer sorgt für ein deutlich weicheres Licht, das passt nach meinem Geschmack besser zu meinen Bildern. Übrigens lassen sich im Bouncer bei Nichtbenutzung vier zusätzliche AA Akkus verstauen, so ist man mit 8 Akkus unterwegs auf der sicheren Seite. Zum Lieferumfang gehört übrigens auch ein solider Standfuß für den Blitz dazu; den ich auch recht oft verwende. Überhaupt ist die Verarbeitung und der verwendete Kunststoff sehr hochwertig.

Sehr elegant hat Nissin das Bedienkonzept überarbeitet. Im jeweiligen Arbeitsmodus lassen sich die Einstellungen mittels Drehrad verändern, was auf dem Display zumeist mit einer Anzeige wie beim Tachometer grafisch dargestellt wird. Die Einstellungen lassen sich arretieren.

Der Nissin i60A verfügt über einen Zoom-Bereich von 24 bis 200 Millimetern, was für so einen kleinen Blitz nicht selbstverständlich ist.

Im Gegensatz zum i700A ist die Arbeit mit dem i40 und i60A sehr angenehm, da Kamera und Blitz ausgewogen in der Hand liegen. Das ist schlicht der Vorteil kleiner Blitzgeräte.


Sony A7M2 mit Nissin i60A und i700A im Vergleich

Fazit: Der Nissin i60A macht genau das was ein moderner Systemblitz soll und das auch sehr ordentlich. Er ist klein, leicht und kompakt. Die verwendeten Kunststoffe sind sehr hochwertig und liefern ein angenehmes Anfassgefühl. Das Menü und die Bedienung sind nahezu selbsterklärend, ich kam mit dem Blitz ungewohnt, schnell zurecht und habe ohne blättern in der Bedienungsanleitung alle Funktionen gefunden. Lediglich zum Koppeln zweier Geräte musste ich zum Handbuch greifen. durch das eingebaute Funkmodul in Verbindung mit dem Nissin Air 1 Commander ist HSS-Blitzen spielend einfach möglich. Auf freiem Feld funktionierte die Funkübertragung auf geschätzte 50 Meter zuverlässig Nissin selbst gibt dazu eine Distanz von 30 Metern an. Mit dem optionalen PowerPack PS8 lässt sich der Nissin i60A, wie auch sein größerer Bruder, der i700A extern mit Strom versorgen. Mit dem zusätzlichen Air 1 Receiver lassen sich auch ältere, bzw. Blitzgeräte anderer Hersteller in das wireless Funksystem integrieren.

Zusammen mit dem Air 1 Commander habe ich endlich wieder ein wirklich solides Blitzsystem für wireless HSS-Blitzen, das obendrein klein und kompakt ist. Mehr brauche ich nicht, aber auch nicht weniger. Wenn Sony es jetzt noch schafft an der Blitzbelichtungsmessung und dem Blitzprotokoll zu arbeiten, hätte das Sony E-Mount-System eine Chance erwachsen zu werden. Nissin hat diesen Schritt mit seinem Blitzsystem jedenfalls geschafft.

Technische Details zum Blitz finden sie Auf der Webseite von Nissin

 


Preise:
Nissin i700A mit Air 1 Commander ca. 200 €
Nissin Air 1 Commander (einzeln), ca. 55 €
Nissin Air Reseiver, ca. 55 €
Nissin i40, ca. 170 €
Nissin i60A, ca. 270 €

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Christian Dandyk

Zusammenstellung aller ZEISS Objektive für Sony E-Mount

Zusammenstellung aller ZEISS Objektive für Sony E-Mount

Vor drei Jahren stellte ZEISS in München die ZEISS Touit Objektive für das Sony E-Mount System der Presse vor; genauer gesagt war es am 7. Mai 2013. Ich weiß noch wie begeistert ich von den neuen Objektiven war. Immerhin war ich schon zu diesem Zeitpunkt ein begeisterter Anhänger des E-Mounts. Im Angesicht der Geschwindigkeit, mit der die technische Entwicklung in der Fotografie vonstatten geht, führe ich mir immer wieder vor Augen, wie rasend schnell die Zeit vergeht.

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Christian Dandyk

ZEISS Batis 2.8/18 - Die Reihen werden immer dichter

ZEISS Batis 2.8/18 - Die Reihen werden immer dichter

In den vergangenen Jahren hat sich ZEISS sehr intensiv dem Sony E-Mount gewidmet. Seit heute gibt es in jeder Objektivfamilie, angefangen bei Touit über Loxia bis hin zu den Batis Objketiven jeweils drei Festbrennweiten. Neu hinzu kommt jetzt das ZEISS Batis 2.8/18, ein Ultra-Weitwinkel mit 90° Blickwinkel horizontal und dem bereits aus der Batis-Reihe bekanntem OLED-Display. Das Batis 2.8/18 ist im oberen Bereich ein wenig breiter, minimal höher als das Bats 2/25 und der Filterdurchmesser beträgt jetzt 77 Millimeter. Mit 330 Gramm ist es ein Leichtgewicht, das wunderbar zur Kompaktheit des Sony A7-Systems passt. Das ZEISS Batis 2.8/18 ist ab Mai für 1499 Euro im Handel erhältlich.

Hier auf alphafotograf.de werde ich aus erster Hand über dieses neue Objektiv berichten, da ich seit fünf Monaten mit dem Batis 2.8/18 gearbeitet habe. Ich habe es schätzen gelernt, denn gerade in der Landschafts- und Architekturfotografie sind qualitativ hochwertige 18 Millimeter unverzichtbar. Es war immer dabei, im Januar auf Rügen und im März in der Toskana. Es musste Schnee, Wasser und Eis standhalten. Geschont habe ich es nicht gerade, denn darum ging es nun wirklich nicht.

War bisher das Touit 2.8/12 an APS-C mein Favorit in diesem Brennweitenbereich, so wurde es jetzt vom Batis abgelöst, auch wenn das Touit an meiner A6000 weiterhin seinen festen Platz haben wird.

In den nächsten Tagen folgen viele Beispielbilder, die ich in den vergangenen Monaten gemacht habe. Dafür ist auf meiner Webseite christian.dandyk.de eine neue Plattform entstanden, auf der ich alle Beispielbilder zusammengefasst habe. Mitgleider auf alphafotograf.de haben natürlich ein wenig die Nase vorn; hier beantworte ich alle auftauchenden Fragen.


 

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© Christian Dandyk | Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne meine Zustimmung nicht weiterverwendet werden!

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